ein Schau
- Spiel
theater fensterzurstadt.18
Hannover Mon
Amour: Auf Amtswegen< ist der zweite Teil eines Gesamtprojektes,
mit dem Theater fensterzurstadt an unterschiedlichen Spielorten
im Stadtgebiet Hannover eigens für und an den jeweiligen
Schauplätzen entwickelte Produktionen zeigt. Erzählt
werden Geschichten von Menschen, die in dieser Stadt leben, wie
und warum sie hierher gekommen sind, warum sie bleiben und auch
warum sie die Stadt wieder verlassen wollen oder müssen.
In den Produktionen wird die Stadt selbst zur Bühne. Sie
ist Hauptakteur und motivischer Fundort zugleich. Vielgestaltig,
voller Geschichten und Geschichte. In einem Großraum konzentriert,
entsteht über einen Zeitraum von mehreren Jahren ein Panorama
des urbanen Lebens, das an unterschiedlichen Spielorten szenische
Experimente jeweils anderen ästhetischen Formats in einem
großen Projektzusammenhang thematisch und motivisch miteinander
verknüpft.
Der Schauplatz
von >Hannover Mon Amour: Auf Amtswegen< wird das Rathaus
Linden am Lindener Marktplatz sein, einem der beliebtesten Plätze
im Stadtgebiet Hannover. 1899 erbaut, wird das Gebäude im
Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und nur vereinfacht
wieder aufgebaut. Nach dem Krieg hatte das Ausgleichsamt, das
Sozialamt und weitere städtische Verwaltungsstellen ihren
Sitz im Rathaus am Lindener Markt. Auch heute sind in dem Gebäude
noch eine Außenstelle von Ordnungs- und Bürgeramt,
kommunaler Sozialdienst, eine Zweigstelle der Stadtbibliothek
sowie ein Gastronomiebetrieb untergebracht. Im Zuge von Verwaltungsreformen
wurden mit dem Auszug des Ausgleichs- und des Sozialamtes während
der vergangenen Jahre allerdings mehrere Teile des Gebäudes
geräumt, ohne das sie in eine neue Nutzung überführt
werden konnten. Mit seiner neuen Produktion begibt sich fensterzurstadt
auf den Amtsweg: Verwaltungstrakte, Zimmer und Flure im 1., 3.
und 4. Obergeschoss, Treppenhäuser, wie auch das aufgelassene
Archiv im Dachgeschoss werden zur Bühne. Wie schon im ersten
Teil der Produktionsserie wird das Ensemble bei der Stückentwicklung
und Textrecherche mit dem hannoverschen Autor Sascha Schmidt zusammenarbeiten.
Seine Textsammlungen aus Interviews mit Verwaltungsangestellten,
Bürgern, Anwohnern und Hauspersonal bilden das Ausgangsmaterial
der Inszenierung im öffentlichen Raum. Sie ist ein >work
in progress<, ein Spiel in mehreren Etappen, Stationen und
Wartezonen, das sich mit der Aufnahme der Proben entfaltet, seine
szenische Phantasie direkt an der Geschichte und räumlichen
Situation des Schauplatzes entzündet und seine ureigne Atmosphäre
als kreativen Motor nutzt.
Für
den Besuch der Aufführung empfehlen wir bequemes Schuhwerk,
da Treppensteigen und Wege durch das Gebäude nicht zu umgehen
sein werden!
Premiere
am 30. Mai 2010 im Rathaus am Lindener Markt, Hannover
mit: Alexandra
Faruga, Norman Grotegut, Carsten Hentrich, Nora Otte, Ruth Rutkowski,
Heino Sellhorn und Gästen
Inszenierung/Projektleitung:
Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich
Text: Sascha
Schmidt und Ensemble
Bühne:
Melanie Huke und Alexander Tripitsis
Kostüme:
Ruth Rutkowski
Gefördert
durch:
Das Land
Niedersachsen, das Kulturbüro
der Landeshauptstadt Hannover und
die Stiftung
Niedersachsen.