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innenleben

eine Studie nach Motiven von Ingmar Bergmann
theater fensterzurstadt.4


Sommerregen

Als Ingmar Bergman im vergangenen Juli starb, wurde sein Werk noch einmal gewürdigt: Bei den Filmfestspielen in Cannes ehrten die Kollegen den Schweden als "Besten Filmregisseur aller Zeiten". Das hannoversche  Theater Fensterzurstadt hatte schon vorher beschlossen, sein großartiges intimes Stück "Innenleben", eine Studie nach Szenen und Texten von Ingmar Bergman, nach fünf Jahren neu bearbeitet wieder aufzunehmen. Nun wird es eine postume Hommage.

Auf der Grundlage von Bergmans Autobiografie und mit seinen Filmen als Bilder-Fundgrube haben Ruth Rutkowski als Regisseurin und Carsten Hentrich als Hauptdarsteller eindrucksvolle und sinnliche Szenen entwickelt: Das Sonnenlicht tanzt in skandinavischen Birkenwäldern, ein Sommergewitter prasselt herunter, die Blaubeeren duften, der Junge auf dem Fahrrad wird zu spät zu Hause sein… Der Schleier des Schweigens reißt. Der frühere Junge offenbart sich und offensichtlich wird, wie kompliziert, wie gewalttätig und wie verrenkt die Beziehungen zwischen den Menschen sind.

Karen Roske

SCHÄDELSPALTER Hannovers Stadtillustrierte Mai 2008

 

Im Land der Blaubeeren
"Innenleben" vom Theater fensterzurstadt im Ihmezentrum

Eine Radfahrt durch ein lichtes skandinavisches Birkenwäldchen, mitten durch ein urgewaltig niederprasselndes Sommergewitter, vorbei an Blaubeerhecken. Das kann man neuerdings an einem Ort schmecken, riechen, fühlen, an dem es zuallerletzt erwarten würde: im hannoverschen Ihmezentrum.
Das Lindener Theater fensterzurstadt, viel gelobt für seine stadtteilbezogenen Inszenierungen "Das Fenster zur Stadt" und "Die Welt ist All.Kauf!", hat sich mit seinem neuem Stück wieder temporär in einem von mehreren verlassenen Ladenlokalen einquartiert. Die Realität gewordene Architekturutopie aus den siebziger Jahren ist die ideale Kulisse für "Innenleben", eine "Studie nach Motiven und Texten von Ingmar Bergman".
Carsten Hentrich taucht in der Inszenierung von Ruth Rutkowski ab ins Bergmansche Seelengewirr aus Gedanken, Gefühlen, Einbildungen und Kränkungen. Mit jeder seiner Gesten verleiht er der Komplexität des Stoffes Nachdruck. Alexandra Faruga und Konstantin Iser sind in Nebenrollen zu sehen. Ein Low-Budget-Projekt in High-Quality. Hingehen!"

Johanna Di Blasi

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 06.09.2002