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innenleben

eine Studie nach Motiven von Ingmar Bergmann
theater fensterzurstadt.4

Der Ausgangspunkt des Projektes ist die Faszination, die das filmische Werk und das Leben des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman auf uns, als Theatermenschen, heute noch ausüben. Beide scheinen fast untrennbar miteinander verbunden: als einer der bedeutendsten Vorläufer und Vertreter des Autorenfilms versucht Bergman mit seiner künstlerischen Arbeit die Analyse der eigenen Biographie voranzutreiben und so Klarheit über seine persönliche Lebenssituation zu gewinnen. Immer eröffnet er einen sehr intimen, nahezu schmerzhaften Blick in das Innenleben seiner Figuren.
Ingmar Bergman versucht so eine Sprache zu finden für das, was zumeist unter einem Schleier des Schweigens verborgen wird: die ungeheuer komplizierten, fast zur Gewalttätigkeit gegen sich selbst und andere neigenden Verrenkungen menschlicher Beziehungen. Wir erkennen Menschen an der Schwelle zwischen der vordergründigen Sicherheit des Verschweigens und der Mühseligkeit der Aussprache, schwankend zwischen schonungsloser Offenheit und einfühlenden Verständnis, im Spannungsfeld zwischen der Sehnsucht nach Freiheit, Ausbruch, Neubeginn und der Sehnsucht nach Geborgenheit, Schutz und Sicherheit. "Bergman hat einen Stil entwickelt, der sich mit dem menschlichen Innenleben auseinandersetzt; er ist der einzige Regisseur, der die Kämpfe, die sich im Innern einer Seele abspielen, bis auf den Grund erforscht hat," sagt der amerikanische Regisseur Woody Allen, der schon sehr lange ein bekennender Bewunderer des schwedischen Regisseurs ist.
Die Studie ist ein Versuch der Annäherung, der in einem offenen Experiment mündet.

Ausgehend von der Autobiographie Bergmans mit dem nüchternen Titel "Mein Leben" entfalten wir unsere Inszenierung. Sie ist, neben Fragmenten aus der Flut des filmischen Bildmaterials die Fundgrube, der Steinbruch aus dem wir unser szenisches Material generieren und einen Blick werfen in das Innenleben eines Mannes, der den Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten einer ganzen Generation Ausdruck gegeben hat.

Uraufführung am 4. September 2002 im Ihmezentrum Hannover

Mit: Carsten Hentrich, Alexandra Faruga und Konstantin Iser

Inszenierung,: Ruth Rutkowski

Dramaturgie, P.R.: Carsten Hentrich

Bühne, Licht: Alexander Tripitsis