frei nach dem gleichnamigen Roman von Javier Marías
theater fensterzurstadt.22
Marta ist noch keine 33 Jahre alt, hat sowohl Mann als auch einen zweijährigen Sohn sowie ein paar außereheliche Verhältnisse. Als ihr Mann für ein paar Tage in London ist, lädt sie Víctor in ihre Wohnung ein. Nach einem gemeinsamen Abendessen begeben sich beide in das Schlafzimmer, aber noch bevor sie beide vollständig entkleidet sind, stirbt Marta unvermittelt in Víctors Armen mitten im Ehebruch. Das Zögern, den Ehemann zu benachrichtigen, die Furcht, die Tote und den kleinen Jungen einfach so in der Wohnung zu lassen, die Scham, Martas Ruf durch seine Existenz zu beschädigen - all das überfordert Víctor. Er flüchtet in die Nacht...
"Morgen in der Schlacht denk an mich" (1998 in deutscher Übersetzung erschienen) ist der achte Roman des spanischen Autors Javier Marías, 1951 in Madrid geboren, der inzwischen als einer bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller seines Heimatlandes gilt. „Ein Nachtspuk, ein finsteres Notturno, eine piéce noire, grausig wie Goyas Traumgesichte, schrecklich und komisch wie die Nachtalben von Füssli, gespenstisch wie Shakespeares Geisterauftritte.“ (Sigrid Löffler in „Die Zeit“)
Ausgehend von Javier Marias Roman entsteht in der neuen Produktion von fensterzurstadt eine assoziative Dramatisierung und szenische Annäherung an einen komplexen Text, der von den leisen Fiaskos und blutigen Debakeln zwischen Mann und Frau, den Täuschungen und Selbsttäuschungen in der Liebe erzählt. Ein Thriller der Gedanken, in dem jede zeitlupenhafte Bewegung mit verstörender Reflexion aufgeladen ist und die Figuren selbst zu Echokammern ihrer Gedanken, Empfindungen, Ängste und Sehnsüchte werden.
Von und mit:
Alexandra Faruga, Carsten Hentrich, Heino Sellhorn, Ruth Rutkowski, Daniel R. Zimmermann
Inszenierung/Projektleitung:
Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich
Bühne: Melanie Huke
Licht: Jochen Meyer
Musik und Videobearbeitung: H. Sellhorn
Kostüme: Ruth Rutkowski
Premiere am 20. Januar 2012 in der Alten Tankstelle Striehlstraße, Hannover
Gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, das Land Niedersachsen und die Stiftung Niedersachsen.