theater fensterzurstadt.12
Ich heiße
Meier.
Oder Zimmeck. Sander. Flemming. Oder Fichte.
Ich bin der Mann von neben an.
Ich bin der Mann im Bus, in der Straßenbahn oder im Wartezimmer.
Ich tauche auf und ich verschwinde wieder.
Ich zerreiße das Klingelschild und setze ein neues ein.
Ich ziehe aus und verlasse die Stadt.
Gehe in den Süden und lerne spanisch.
Kaufe mir ein Haus am Meer mit hohen Hecken und direktem Zugang
zum Strand.
Ich vergesse alles,
komme zurück und werde ein anderer,
wechsle das Geschlecht oder das Gesicht.
Werde alt und älter.
Ich bin eine Frau.
Ich bin ein Mann.
Ich bin ein Kind.
Ich heiße Müller und Weimar, P Punkt, Grüner oder
Fröhlich.
Ich sterbe an Krebs und fahre im Leichenwagen.
Ich wische den Küchenboden und habe einen Herzinfarkt.
Ich trinke Fleischbrühe im Sessel und bekomme einen Schlaganfall.
Ich sterbe und liege tagelang tot in der Wohnung.
Mein Name ist Hase, Keiner und Niemand.
Ich warte im Hausflur.