48 DER JUNGE MANN / DIE LEEREN SCHRÄNKE
Das freie Theater Fensterzurstadt bringt in seiner neuen Produktion zwei Werke von Annie Ernaux auf die Bühne: Die leeren Schränke (1974), ihr literarisches Debüt, und Der junge Mann (2022), ein später Text ihres autobiografischen Schaffens.
Annie Ernaux, Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2022, gehört zu den prägendsten Stimmen der europäischen und internationalen Gegenwartsliteratur. In ihrem Werk verbindet sie persönliche Erinnerung mit analytischer Schärfe und macht individuelle Erfahrung als Teil gesellschaftlicher Wirklichkeit sichtbar. Schreiben wird bei ihr zu einer Form der Selbstverortung – zwischen Herkunft, Sprache, Körper und Geschichte.

47 GESCHWISTER
Geschwister kann man sich nicht aussuchen – und doch prägt die Beziehung zu ihnen uns oft tiefer als jede andere Beziehung. Von den ersten gemeinsamen Kindheitswelten über das Aufbäumen gegen die Eltern in der Pubertät bis ins vielschichtige Erwachsenenleben sind sie zugleich Spiegel und Gegenüber, Vertraute und Rivalen. Sie teilen Herkunft und Erinnerung, wachsen aneinander, aber fordern sich immer wieder in ihrer Eigenheit und Gegensätzlichkeit heraus. In dieser Spannung zwischen Nähe und Distanz, Zuneigung und Abgrenzung, Verbundenheit und Aufbruch liegt ein elementarer Kern menschlicher Erfahrung.

46 DAS FELD
Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Seethaler
In einer Bühnenfassung von Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich
Mit seinem neuen Projekt bringt das Ensemble von Fensterzurstadt die Theateradaption von Robert Seethalers Roman „DAS FELD“ an einem besonderen Ort auf die Bühne: in einer alten, leerstehenden Halle auf dem Gelände der Hainhölzer Höfe, die selbst Spuren der Vergangenheit und Verwandlung in sich trägt.
Dreizehn Darsteller*innen aus Hannover geben den Romanfiguren von Robert Seethaler ihre Stimmen. Sie erzählen von Menschen, die in einer kleinen Stadt gelebt haben und nun aus der Stille einer Welt zwischen Leben und Tod sprechen. Ihre Erinnerungen verweben sich zu einem Mosaik über Verlust, Schuld, Liebe, Sehnsucht und das Menschsein an sich. Dabei entsteht kein Drama mit linearer Handlung, sondern ein vielstimmiges Erinnerungsgeflecht, dass in den Klangräumen der Inszenierung und der Musik neu entfaltet und verbunden wird.

DAS POSTHORN - EXPERIMENT
szenische Lesung, Stadt ohne Frauen
Zur Eröffnung der kleinen Bühne in der Posthornstraße 13 startet DAS POSTHORN-EXPERIMENT mit einer szenischen Lesung von Interviewtexten, die auf oder im Sattel einer Fahrradtour durch Ostdeutschland (Sachsen-Anhalt, Sachsen und der Oberlausitz) entstanden sind. Die Interviews basieren auf einer Recherche, die die darstellende Künstlerin Ruth Rutkowski im Rahmen eines vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Stipendiums mit dem Titel „Stadt ohne Frauen“ aufgenommen hat. In den Texten kommen ansässige Zeitzeug:innen zu Wort, die über ihre gegenwärtige Lebenssituation Auskunft geben und den Wegzug aus den neuen Bundesländern thematisieren. Es lesen: Alexandra Faruga, Elisabeth Frank, Carsten Hentrich, Heino Sellhorn, Im zweiten Posthorn-Experiment vom 27.11.-30.11.24 sind wir ganz “Ohr“, „On Air“.

45 WILDWECHSEL
Ein fabelhaftes Sommertheater im Abendgrün zwischen Tier und Mensch.
Endlich kommt der Frühling, die Tage werden länger und an den warmen langen Sommerabenden im Mai und Juni erobert eine Gruppe wilder Gestalten, halb Mensch, halb Tier die große Liegewiese hinter dem Fössebad in Hannover Linden. Aus allen Teilen der Stadt kommen die Verwandlungskünstler:innen, die Mischwesen, Spieler:innen und Sänger:innen zusammen. In Ihrem Gepäck haben sie eine ganze Reihe fabelhafter Geschichten, die sie im milden Abendlicht auf die große grüne Bühne bringen, für ihr Publikum mit offenen Augen träumen, spielen, singen, tanzen. „YEAH! YEAH! YEAH!“ singen Esel und Hund, Katzen und Mäuse stimmen mit ein: „YEEEAAAAHHH!“ Wenn die Nacht hereinbricht ist das Spiel vorbei. „YEAH!“
Mit Fantasie und Einfühlungsvermögen nähert sich die wilde Schauspieltruppe Fabeln und Tiermärchen an, covert die Brüder Grimm, Aesop, George Orwell und andere fantastische Autor:innen, erzählt von Grenzgängern, schrägen Vögeln, Typen im Fuchs- oder Wolfspelz.
